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Konkurrenz oder Ergänzung?
 
Rotary oder Inner Wheel ?
 
Bis vor wenigen Jahren wäre dieser Titel nicht möglich gewesen und dieser Artikel hätte nie geschrieben werden müssen. Denn alles war einfach und klar. Die Männer engagierten sich bei Rotary, für die Frauen gab es Inner Wheel. Egal ob Frau Hausfrau oder Aerztin war.

Vieles ist passiert bei Rotary; in der Zwischenzeit sind die Clubs dazu übergegangen, auch Frauen aufzunehmen und dies werden in Zukunft immer wie mehr Rotary-Clubs tun. Da stellt sich natürlich bald einmal die Frage, welche Rolle Inner Wheel übernimmt in diesem neuen Gefüge. Braucht es Inner Wheel überhaupt noch, wenn Frauen auch Rotarierinnen werden dürfen? Würde es in diesem Falle Inner Wheel nur noch solange geben bis die Clubs zu klein geworden sind, um noch länger bestehen zu können? Vielleicht wird Inner Wheel aber auch zum Hausfrauen-Club, weil die berufstätigen Frauen bei Rotary sind?
 Qual der Wahl?     

Obwohl Inner Wheel eng mit Rotary verbunden ist, dies zeigt sich auch im Emblem, dem „inneren Rad“, sind wir doch eigenständig und haben andere Strukturen. Die markantesten Unterschiede sind, dass wir uns nur 1x im Monat treffen und keine Präsenzpflicht haben. Zudem gehört die berufliche Qualifikation nicht zu unseren Aufnahmekriterien.
Wegen dieser Unterschiede gibt es eine beachtliche Zahl von bestens ausgebildeten Frauen,die zwar oft im Berufsleben stehen, sich aber mehr von Inner Wheel als von Rotary angezogen fühlen. Dies hat praktische Gründe:
 
  • Berufstätige Frauen haben meist auch eine Familie. Die wöchentliche Teilnahme am Rotary-Treffen ist zu häufig.
  • Besonders wenn noch Kinder versorgt werden müssen, kann Frau nicht einfach beim Mittagessen abwesend sein!
  • Frauen arbeiten Teilzeit, wegen der Familie.
  • Wegen Teilzeit und Familie sind Frauen seltener in leitender Funktion, dies trifft auch auf Akademikerinnen zu und somit erfüllen sie die Voraussetzungen für Rotary nicht.
  • Frauen arbeiten im KMU des Ehemannes mit. In dieser Funktion werden sie meist nicht als eigenständige Berufsfrauen wahrgenommen.
  • Hausfrauen und Mütter leisten ein Pensum welches, je nach Firma, von einer Event-Managerin übernommen wird oder sogar einer Leiterin eines KMU-Betriebes. Trotzdem werden sie nicht als Rotarierin aufgenommen.
  • Da es bei Inner Wheel keine Präsenzpflicht gibt, fällt im Verhinderungsfalle auch das schlechtes Gewissen weg.
  • Frauen mögen es, von Zeit zu Zeit unter Ihresgleichen zu sein, um bewusst Frauenfreundschaften zu pflegen.
  • Frauen mögen es, von Zeit zu Zeit unter Ihresgleichen zu sein, um bewusst Frauenfreundschaften zu pflegen.
  • Bei Inner Wheel fühlt sich auch manche Rotarierin wohl!
 
So gibt es also zahlreiche Gründe, warum eine Frau sich für Inner Wheel und nicht für Rotary entscheidet.
Welcher im Einzelfall auch den Ausschlag für Inner Wheel oder Rotary geben mag spielt keine so grosse Rolle; wichtig ist, dass Heute und in Zukunft Frauen mit einem grossen Potenzial an Engagement bereit sind, sich für die Ideen, das Gedeihen und die Hilfsaktionen dieser beiden Clubs einzusetzen. Es soll also nicht das Konkurrenz-denken Rotary oder Inner Wheel ausschlaggebend sein, sondern die persönliche Lebensplanung der individuellen Frau.
Im Wesen sind sich nämlich eine Rotarierin und eine Inner Wheelerin sehr ähnlich. Beide haben neben ihrem täglichen Pensum das Bedürfnis nach geistigem Austausch und das Streben, sich in einer freundschaftlichen Gemeinschaft einzubringen, diese zu pflegen und tatkräftig an Sozialprojekten mitzuwirken.
Wir sind stolz, Inner Wheelerinnen zu sein, tragen unser Rad in die Welt hinaus und lassen es nie aufhören, sich zu drehen.
Wir sind stolz, dass unsere Ehemänner, Brüder, Väter etc. Rotarier sind, ihr Rad in die Welt hinaus tragen und es nie aufhören lassen, sich zu drehen. Warum habe ich mir eigentlich Gedanken gemacht, dass dies Jemand anders sehen könnte?
Monique Eckenstein-Hirschi
IW-Governor 2009 / 2010  Club Laufen